Mittwoch, 3. April 2013

Mittwoch 3. April 2013 Mahdia - El Jem 54 km

Wir lassen uns am Morgen von dem "See-Friedhof" auf der Halbinsel von Mahdia beeindrucken. Nicht allein deswegen gefällt uns Mahdia, ein ansehnlicher Ort, der zum Verweilen einlädt.

Wir wollen aber das erste Mal ins Landesinnere, in die Stadt El Jem mit riesigem Kolosseum. Heute haben wir nur Südwest-Gegenwind aus dem Landesinneren und Wolfgang wundert sich, wie ein Wind aus der Wüste so kalt sein kann. Die Westdrift vom Atlantik?  Gaby findet den Wind angenehm kühl, stöhnt aber auch über die nicht endenden Steigungen in der Hügel-Landschaft, die bei Gegenwind doppelt weh tun. So sind 50 km gefühlte 80 km.

Wir fahren nur durch Oliven-Plantagen. Das erste Mal nur ländlich und wir fühlen uns wohl, auch weil alle uns freundlich grüßen und aufmuntern.

Das einzige Hotel von El Jem liegt 5 km außerhalb und auch noch in die falsche Richtung, ist aber ok. 3* auf der grüne Wiesen, die trockene Steppe ist. Eigentlich ein guter Platz das Zelt aufzuschlagen, weil Tankstelle nebendran. Geht aber aus Sicherheitsgründen nicht.

Hotel-Preis Ü/F 60 Dinar 30 € ist annehmbar, für tunesische Verhältnisse aber schon recht teuer bei Monatslöhnen zwischen 500 und 1000 Dinar (vom Nachwächter in Jugendherberge,  über den Taxifahrer zum Lehrer). Es gibt ziemlich starke Inflation hier, sagen alle.

Prima Restaurant, denn noch mal in die Stadt einkaufen oder essen gehen sind wir zu müde.Schön schnelles Wifi für die Dropbox-Sicherung unserer Fotos.

Album Gaby

Album Wolfgang


Dienstag 2. April 2013 Sousse - Mahdia 80 km

Flotte Tour mit Rückenwind.  Monastir enttäuschend. Einiges an Industrie gesehen und kilometerlange Olivenplantagen und viel Gemüseanbau. Viel Touristisches heruntergekommenen, außer einigen Hotel-Prachtstücken. Ganze Landschaftstriche schlimm vermüllt.
Mahdia aber macht einen guten Eindruck. Das Maison des Jeunes ist allerdings eine Abriss-Ruine. Checken im 1* Hotel Corniche ein - mehr als einfach für 30 Dinar 15 € DZ Ü/F, aber eine wunderbar heiße Dusche.

Album Gaby


Montag 1. April 2013 Sousse 4. Tag - Ausflug mit Louages (Minibusse) nach Kairouan, 50 km im Landesinneren

Kairouan ist eine heilige Stadt, die ehemalige Hauptstadt der Aghlabiden Emire und "bis zum 11. Jahrhundert ... ein wichtiges Zentrum der islamischen Gelehrsamkeit in Nordafrika (Ifriqiya)" und „Hauptstadt der islamischen Kultur 2009“. (Wikipedia)

Album Wolfgang Überblick

Wir schauen uns an

1. die Große Moschee,
Album Wolfgang

2. das riesige Wasserwerk
(Aghlabiden Becken aus dem 9. Jh. n. Chr.),

3. die „Drei-Tore-Moschee“ (Moschee des Mohammed ibn Khairun) nur von außen,  weil schon geschlossen,

4. ein prachtvolles Haus mit Multimedia-Schau

Album Wolfgang  zu 2.  - 4.,  tunesische Teppichkunst, wofür Kairouan Zentrum ist, und der Souk

5. das Haus eines Sultans aus dem 19. Jh., heute ein Teppich-Geschäft der besonderen Art

Album Wolfgang

Den berühmten Barrouta Brunnen finden wir nicht. Die Ausschilderung ist nicht besonders gut. Dafür wieder mal ein schöner Bummel durch die Altstadt.

Album Gaby - Ausflug Kairouan


Sonntag 31. März 2013 Sousse 3. Tag - Stadtbummel und Besuch des Archäologischen Museums

Ostersonntag in Deutschland und Zeitumstellung. Die Heimat ist uns jetzt eine Stunde voraus. Schreiben Ostergrüße über WhatsApp mit unserer neuen Tunesien-TelefonCard.

Beim Bummel in die Stadt sehen wir auf dem Platz,  wo gestern die Palästina-Solidarität stattfand,  eine große Aktion der Pfadfinder, die auch bei uns in der Jugendherberge ihre Zelte aufgeschlagen hatten.

Beim Spaziergang durch die Medina entdecken wir das Archäologische Museum, das uns Hamza so sehr empfohlen hat. Der Besuch ist lohnenswert.  Wir haben noch nie so prachtvolle Mosaiken gesehen.

Album Gaby  Museum

Album Gaby  Spaziergang Medina

Abends in unserem Stamm-Restaurant Kaiser direkt gegenüber der Jugendherberge Fußball TV mit erstem Eintracht-Sieg seit langem. Die Tunesier freuen sich mit uns.


Samstag 30. März 2013 - Mischisradtouren: Bisher 6532 km Radkilometer

... wobei wir meist nicht auf Kilometer, sondern auf Genuss fahren. 

Europa 02.06. - 15.09.2012
3,5 Monate 4068 km

Türkei 18.09. 24.11.2012
2,5 Monate 1014 km

Israel 08.12.12 - 08.02.13
3 Monate 641 km

Ägypten 12.02. - 18.03.13
5 Wochen 442 km

Tunesien 18.03. - bisher
bis zum 30.03.13 367 km

Gesamt bis 30.03.2013
6532 km


Dienstag, 2. April 2013

Samstag 30. März 2013 - Sousse 2. Tag 8 km - Umzug in die Maison des Jeunes

Wir fahren wieder nach Sousse rein, entlang der schönen Promenade und erleben auf einem Platz am Meer eine Palästina-Solidaritätsaktion  "30. März Tag des Bodens" (Zeitungsartikel dazu).

Album Wolfgang - Stand "Tag des Bodens"

Ein besonderes Erlebnis nach unseren zwei Monaten in Israel und in den Palästinensischen Autonomie-Gebieten.

Als wir an der Jugendherberge ankommen,  ist auch dort die Palästina-Solidarität mit Volkstanz, Rockband, Unterschriften-Aktionen und Plakaten voll im Gang.

Album Wolfgang - Solidarität mit Palästina in der Maison des Jeunes

Alles junge Leute mit großem Engagement.  Das Verständnis für die Existenz Israels "auf palästinensischen Boden" ist hier bei allen,  mit denen wir bisher gesprochen haben, gleich Null.

Album Gaby


Freitag 29. März 2013 Sousse 1. Tag 20 km - zu Gast bei Warmshowers-Host Hamza

Wir fahren nach Sousse rein. Deutsche und französische Touristen sprechen uns an. Besonders Peter,  70-jähriger ehemaliger Organisator der Guthsmut-Läufe auf dem Rennsteig im Thüringer Wald, will alles über unsere Tour wissen und plant eine "Transalp" entlang der Via Claudia Augusta. Wir geben ihm ein paar Tipps.

Weiter radeln wir entlang der Promenade und  schieben wir unsere voll bepackten Räder durch das Zentrum und den Rand der Medina (von Mauern umgebene Altstadt). Wir werden zwar beäugt, aber keineswegs besonders beachtet. Die Tunesier sind recht gelassen und (meistens) sehr freundlich und keineswegs aufdringlich.

Am Nachmittag nehmen wir tel. Kontakt mit unserem Warmshowers-Gastgeber Hamza auf, einem 23jahrigen Ingenieur-Studenten. Wir verabreden uns in einer Stunde an einem Hospital und fahren glatt zum falschen.

Aber Hamza holt uns nach mehreren Telefonaten auch dort mit seinem kleinen Mountainbike ab uns saust mit uns 6 km durch dichten Verkehr zum Haus seiner Eltern. Dort wartet seine Freundin schon, ihn auf ein Jazzkonzert mitzunehmen.  Daraus wird aber nichts.  Er wird von seinen (sehr sympathischen) Eltern zu seinen Gästen zurück beordert.

Wir bekommen ein noch schlechteres Gewissen, weil wir für die ganzen Verzögerungen verantwortlich sind.Wir werden mit Gastfreundschaft verwöhnt und mit Calamari und anderen Leckereien bewirtet. 

Nach dem Essen fahren wir verspätet - aber das macht überhaupt nichts - zum monatlichen Sousse-CouchsurfingTreffen, dessen Leiter Hamza  ist, und mit großem Hallo begrüßt wird, vor allem von den weiblichen Teilnehmerinnen.

In einem schicken Café sitzen wir bis nach Mitternacht mit bald 15 jungen Tunesiern, Franzosen und Amerikanern zwischen 20 und 35, in der Mehrzahl junge Frauen, zusammen. Alle super gebildet, vielsprachig und weltoffen. Ein sehr munteres und lustiges Treffen.

Fotos können wir dummerweise nicht machen. Unsere Handys sind nämlich während der ganzen "Wo ist Hamza-Suchaktion" batterie-mäßig leer gelaufen.  Scheiß Technik, wenn man sie wirklich mal braucht. Aber Hamza verspricht,  uns welche zu senden.

Hier sind sie:
Album Wolfgang - zwei Fotos vom Couchsurfing-Treffen. Hi Hamza, thank you so much!